FLAMENCO-EVENTARCHIV – Live-Events, Aufführungen, Fiestas in 2017

Review & Fotos: SER MUJER – Span. Sommerfest 2017 in La Fragua

Kein deutscher Sommer ohne das traditionsreiche spanische Sommerfest im Bonner Tanzstudio La Fragua. Keine La Fragua-Fiesta ohne neue Flamenco-Tanzaufführung.

Titelfoto zum spanischen Sommerfest am 15.07.2017 im Tanzstudio La Fragua mit der Flamenco-Aufführung „Ser Mujer”/Color-Foto by Boris de Bonn
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Termin: Sa 15.07.17

Der Sommer nahte und mit ihm das alljährlich stattfindende spanische Sommerfest im Tanzstudio La Fragua. Die Fiesta richtete sich insbesondere an Spanien- und Flamenco-Interessierte, die einen heiteren wie unterhaltsamen Abend mit südspanischem Flair, Musik und viel Tanz erleben wollten.

Zum besonderer Glanzpunkt des Events sollte die rund einstündige Flamenco-Aufführung SER MUJER werden. Dieses Versprechen wurde von den beteiligten Akteuren auf der Bühne mit einem stimmigen sowie bewegendem Programm erfüllt. Wie schon bei den letzten Aufführungen MUSEO DE ARTE › und OLÉ CARMEN › war das Publikumsinteresse größer als das Sitzplatz-Kontingent im La Fragua Konzertsaal. Die Vorstellung war bereits eine Woche vorher ausverkauft und einige interessierte Aficionados fanden leider keinen Einlass mehr.

Mit SER MUJER, zu Deutsch Frauenwesen, stellte die spanische Flamenco-Tänzerin und Choreografin Rosa Martínez ihre neueste Kreation vor, die eine abwechselungsreiche und farbenfrohe Inzenierung beinhaltete.

Das Wesen der Frau war der rote Faden, die Leitlinie für die Auseinandersetzung mit „Typen“ von Frauen. Im Focus standen vier berühmte Frauen: Coco Chanel, Marlene Dietrich, Marilyn Monroe und Frida Kahlo. Was zeichnet sie aus und warum faszinieren sich Männer und Frauen gleichermaßen für diese Frauentypen? Ist es der Geist, die Seele, der Intellekt, die Überzeugung, die Kreativität oder ihre schöpferische Willenskraft.
Der Flamenco-Künstlerin Rosa Martínez ging es am Ende um die Feststellung, ob der eine oder andere Zuschauer vielleicht die eine oder andere gemeinsame Wesensfacette in sich selbst wiedererkennt. Frauen sollen stolz sein Frau zu sein und vermutlich steckt in jedem Mann auch ein Stück Frau.

Verschiedenartigesten Tänze, nicht nur reiner Flamencotanz, unterschiedliche Formationen und Szenen gestalteten das kurzweiligen Bühnenprogramm. Das Bühnenbild wurde bestimmt durch viele herabhängende, lange, seidenglänzende Fäden. Deren Verteilung und Anordnung im Bühnenraum wurde findig in die Vorstellung integriert. Sehr deutlich wurde dies beispielsweise in der von sechs Tänzerinnen packend vorgetragenen Caña. Die im Zentrum der Tanzfläche kreisförmig herabhängenden Fäden erinnerten dabei an einen Käfig, in dem eine der Tänzerinnen, die die Rolle der mexikanischen Malerin Frida Kahlo einnahm, gefangen schien. Nach und nach lösten die anderen Tänzerinnen der anspruchsvollen Choreografie das gefängnisartige Gebilde auf. Die angedeuteten Gitterstäbe wurden zum Tanzutensil. Mit sehr variablen Bewegungen und feinfühligem Handling befreiten sie die Gefangene von ihrem Leid.

Hauptakteure in SER MUJER waren La Fragua-Schüler sowie ihre Dozentin Rosa Martínez, die alle für ihre tänzerische und schauspielerische Darbietung mit viel Applaus bedacht wurden.

Selbstverständlich ging die Fiesta nach dem Bühnenprogramm in den Räumlichkeiten und Patio von La Fragua weiter. In geselliger Runde, mit Feierlust und Freude erlebte man einen warmherziger wie inspirierenden Sommerabend im Tanzstudio La Fragua.

Link-Tipp: mehr Fotos zu SER MUJER ›

Review & Fotos: Flamenco-Konzertabend FEURIGE MOMENTE 2017

Ensemble Alma Flamenca in Königswinter

Bei den 21. Kachelsteiner Kulturtagen in Königswinter zeigte das spanische Ensemble Alma Flamenca mit FEURIGE MOMENTE die vielschichtige Kunst des Flamenco .

Flamencotänzerin Rosa Martínez tanzt beim Flamencokonzert "Feurige Momente" am 30.06.2017 als Teil des Ensembles "Alma Flamenca" in der Evangelischen Kirche Königswinter-Oberpleis /Color-Foto by Boris de Bonn
Flamenco-Tänzerin Rosa Martínez / Zur Vergrößerung anklicken!

Termin: 30.06.17

Die Kachelsteiner Kulturtage, veranstaltet vom Förderverein ProKlassik e.V., sind seit vielen Jahren fester Bestandteil des Kulturangebots im Großraum Königswinter. Flamencokunst zu zeigen, ist Teil des etablierten Angebots. 

Bei den 21. Festivaltagen in 2017 war das spanische Ensemble Alma Flamenca erstmals zu Gast.

Im Gepäck hatte die dreiköpfige Flamenco-Gruppe das Programm FEURIGE MOMENTE. Zum Künstlertrio gehörten:

die Flamencotänzerin Rosa Martínez,
der Sänger Juan Ruiz Salces „El Juana“
und der Gitarrist Ismael Alcalde.

Veranstaltungsort war die denkmalgeschützte Evangelische Kirche in Königswinter/Oberpleis.

Die Konzertbesucher durften gespannt sein auf die puren Ingredienzen für einen fesselnden Flamenco-Abend: aparter, ausdrucksstarker Flamencotanz, lebendiger wie gefühlvoller Gesang und kraftvolles wie filigranes Gitarrenspiel im wechselseitigem Dialog. Und diese Vorgabe haben die drei spanischen Flamencokünstler mit einem facettenreichen, rund 70-minütigen Programm zur allerbesten Zufriedenheit der Besucher erfüllt. Dargeboten wurden verschiedenste Flamencostile u. a. Alegrías, Tangos, Farruca, Sevillanas und Bulerías. Die Zuschauer ließen sich nach kurzer Zeit mitreißen von der anmutigen wie energiegeladenen Aufführung und dankten mit einigem Zwischenapplaus. Am Schluß gab es nochmal viel Applaus sowie einen Blumenstrauß für die Tänzerin.

Der ebenso begeisterte Pfarrer der Kirchengemeinde, Herr Heiko Schmitz, bedankte sich ausdrücklich vor dem noch vollständig anwesenden Publikum bei den drei Künstler für deren großartige Flamenco-Darbietung.
Mit Blick auf den Holzdielenboden der Kirche, der als Tanzfläche diente, äußerte er: „Wie sie sehen, hat Frau Rosa Martínez auch auf dem Boden einem bleibenden Eindruck hinterlassen.“

Weitere Infos, Programm-Flyer, Eintrittskarten gab es bei ProKlassik e.V. 

Nachfolgend einige Impressionen zu dem Flamenco-Konzertabend FEURIGE MOMENTE mit dem Ensemble Alma Flamenca in der Evangelischen Kirche Königswinter/Oberpleis, festgehalten von Boris de Bonn.

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Nachlese: Flamenco-Festival Düsseldorf 2017 – tanzhaus nrw

Die alljährliche Osterzeit bedeutet Zeit für Deutschlands bekanntestes Flamenco-Festival. Veranstaltungsstätte des Events, dessen Besuch sich erfahrungsgemäß immer lohnt, war das Düsseldorfer tanzhaus nrw.

Daniel Doña & Cristian Martín 2017 im tanzhaus nrw / Color-Foto by Boris de Bonn
Daniel Doña & Cristian Martín 2017 im tanzhaus nrw / Zur Vergrößerung anklicken!

Termin: 07. – 17.04.17

Wieder einmal ist es der Festivalleiterin Dorothee Schackow gelungen, einen bunten Strauß der aktuellen, hohen Flamencokunst zu binden.

Abermals gab es ein intensives Zusammentreffen von vielen Flamenco-Künstlern, Lernaktiven und Aficionados in den angebotenen Konzertabenden, Workshops und dem Rahmenprogramm.

Das Festivalprogramm wartete mit sechs Bühnenwerken als Deutschlandpremieren an acht Festivaltagen und einem vielseitigen Angebot von 25 Workshops für Tanz, Gesang, Gitarre sowie Perkussion (cajón) auf.

Lernwillige Flamencos konnten also wieder aus dem Vollen schöpfen. Gegenstand der Workshops für Anfänger bis Profis waren u. a. Palos wie Guajira, Fandango, Bulerías, Malagueña, Tientos, Siguiriya und Jaleos extremeños. Neben den Protagonisten des Bühnenprogramms unterrichteten u. a.:
Vanesa Aibar, Cristian Martín, El Perla, Juan Paredes, El Torombo und Gema Moneo. Wie im letzten Jahr versprochen, war auch Choreografie-Altmeister Javier Latorre wieder als Dozent dabei. Sein Choreografieprojekt kam am letzten Festivaltag – bei kostenfreiem Eintritt sowie voll besetzten Rängen – auf der kleinen Bühne zur Aufführung und fand bei den Zuschauern viel Beifall.

Auf der großen Bühne des tanzhaus nrw waren zu sehen:

- die Kompagnie um Daniel Doña mit „Hábitat“ (Fr 07.04.)
- Pastora Galván mit „Pastora baila“ (Sa 08.04.)
- José Galán mit „En mis cabales“ (So 09.04.)
- Juan Carlos lérida mit „Al baile“ (Do 13.04.)
- Patricia Guerrero mit „Catedral“ (Fr 14. & Sa 15.04.)
- Compañía Antonio Molina „El Choro“ mit „Aviso: Bayles de Jitanos“ (So 16. & Mo 17.04.).

Im tanzhaus-Foyer zeigte am zweiten Festivaltag Daniel Doña zusammen mit seinem Tanzpartner Cristian Martín zudem das modern gehaltene, kurze Performancestück „A pie de calle“. Ferner erwarteten den Festivalbesucher u. a. aufschlussreiche Publikumsgespräche nach den überwiegend gut besuchten Bühnenaufführungen, die Vorführung eines Flamencofilms von Sibylle Tiessen und zwei sogenannte Physical Introduction.

Mehr Infos, Eintrittskarten & Workshop-Anmeldungen gab es beim tanzhaus nrw .

Anmerkung: La Fragua-SchülerInnen erhielten 20% Nachlass auf die Konzert-Eintrittspreise sowie den ermäßigten Beitrag der angebotenen Workshops im tanzhaus nrw.